Willkommen in Nordland

Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas

Die Freiheit, die schwer errungen die Alten, möge die Nachwelt würdig erhalten.

Inschrift über dem Eingangsportal am Hamburger Rathaus

Birds (nordl., umgangsspr.):

Sammelbegriff für die Mächtigen Nordlands, basierend auf einem inzwischen verschollenen Artikel über die vermeintlich kriminellen Geschäfte der Wirtschaftsselite während der Umbruchjahre

 

Civetta (ital.):

Eule, die; bekanntester Vertreter dieses Namens ist Davide Civetta, nordländischer Senator für Energie

 

Duhnkreih (plattdt.):

betrunkene Krähe, die; bekanntester Vertreter dieses Namens ist der nordländische Bürgerschaftspräsident Willem Duhnkreih

 

Rissa (zool.):

Mövengattung, der nur zwei Arten angehören



25 Jahre Nordland - erfolgreich mit Weizen und Windgas

Letzte verbliebene Demokratie auf dem Gebiet der ehemaligen BRD feiert sich selbst und vergisst das Volk

Nordland feiert in diesen Tagen sein 25jähriges Bestehen. Erwartet werden zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland, darunter die Staatschefs aus Westfalen, Dänemark und Schweden sowie die Vorstände der weltweit größten Energie- und Nahrungsmittelunternehmen. Beobachter erwarten neue Verhandlungen über eine intensivere Zusammenarbeit im Hanseraum. Experten glauben jedoch nicht an eine Neuauflage der Bundesrepublik Deutschland oder gar der Europäischen Union. Jüngste Berichte von Menschenrechtsorganisationen über unhaltbare Zuständen in den Armenvierteln von Hamburg, der Hauptstadt Nordlands, bezeichnete Bürgermeister Benedikt Rabe als Verleumdungen der ausländischen Lügenpresse.


Aus dem Manuskript

1. Kapitel: Der Besucher


Die Kieselsteine waren rund und glatt. Es waren perfekte kleine Kieselsteine für die perfekte Auffahrt zu einer perfekten Villa. Sie waren eine Katastrophe für Frauen mit hohen Absätzen. Lillith knickte um und klammerte sich an den Arm ihres Vaters, bevor ihre Röckepracht sie komplett aus dem Gleichgewicht brachte, und sie wie ein gestrandeter Feuerfisch auf den Steinen landete.


"Einen gebrochenen Knöchel können wir gerade nicht gebrauchen, meine Liebe", sagte ihr Vater und hastete weiter.

 

Sehr witzig. Als ob sie sich darum reißen würde, in Stilettos herumzulaufen.

 

"Mit flachen Schuhen–"
"–siehst du aus wie ein Dienstmädchen."

 

Sie freute sich auf ihr Sofa und darauf, die Dinger gleich in die Ecke zu schleudern. Der Tag war lang gewesen und trotz diverser Polster und Ausgleichsmechanismen im Inneren des Schuhs brannten ihre Füße. Langsam humpelte sie die Treppe hoch. Ihr Vater war bereits oben und bog in den Bürotrakt ab. Lillith blieb stehen und löste den Riemen um ihre Fessel.

Klappentext

„Er lenkte die Limousine um die nur scheinbar harmlosen Pfützen herum. Im Schanzenviertel durfte man nichts und niemandem trauen.“

Hamburg im Jahr 2057. Die Bundesrepublik ist Geschichte. Die nördlichen Bundesländer haben sich schon vor Jahren zu „Nordland“ zusammengeschlossen, einem Staat, in dem allein das Geld regiert. Politiker, Richter, Frauen – in Nordlands Hauptstadt Hamburg ist alles käuflich.

 

Als ein Mann aus dem heruntergekommenen Schanzenviertel für ein Verbrechen hingerichtet wird, das er nicht begangen hat, regt sich ein lang vergessener Widerstand. Lillith, die zu den reichen Birds gehört, sympathisiert mit den Rebellen. Sie ahnt, dass mehr hinter dem Aufstand steckt.

 

Aber Nordland ist ein gefährlicher Ort für Frauen, die das bestehende System hinterfragen. Die Männer an der Spitze räumen jeden aus dem Weg, der das fragile Gleichgewicht des Landes bedroht. Und Lilliths Vater ist nicht dafür bekannt, Ausnahmen zu machen ...

Aus dem Exposé

Das Besondere: die Nähe zur Realität – auch wenn die Handlung 40 Jahre in der Zukunft liegt. Die kaputte Welt in Nordland (mit Hamburg als Hauptstadt) ist nicht die Folge einer undefinierten Naturkatastrophe oder eines nur am Rande erwähnten Weltkriegs, sondern lässt sich direkt aus Finanzkrisen, Demokratiemüdigkeit und dem zunehmenden Egoismus der Gesellschaft heute ableiten.

 

Genre: Unterhaltungsliteratur / Dystopie. Das Buch bietet Action mit Hubschrauberabstürzen, überfluteten Tunneln, Untergrundverfolgungen und diversen Mordanschlägen. Aber es bleibt nicht in dieser eindimensionalen Plotebene stecken, sondern zeigt die ganze Zerbrechlichkeit unserer demokratisch organisierten Welt.

 

Anspruch: Hinter „Nordland“ stehen grundsätzliche Fragen: Was passiert, wenn die wahlmüde Mentalität des „interessiert mich nicht“ zum allgemeinen Lebensgefühl wird? Was passiert mit einem Staat, dem das Volk verloren geht? In dem allein das Recht des Starken und Lauten gilt? In dem die Demokratiefassade nur noch ein USP ist, der die tatsächlichen Machtverhältnisse verschleiert?

 

Und was passiert, wenn der Staat sich dann nicht länger für seine Bürger interessiert?



Das sagen die ersten Leserinnen und Leser über "Nordland":

 „Immer wenn ich die Zeitung aufschlage, muss ich an dein Buch denken, und mir wird ganz mulmig.“

 

„Ich hab‘s während meiner Arbeitszeit im Büro gelesen. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören. Auch nicht in der Mittagspause.“

 

"Durch. Geiler Showdown! Respekt."


Möchten Sie mehr lesen? Im März 2018 wird mein Buch im acabus Verlag erscheinen (www.acabus-verlag.de). Gerne informiere ich Sie, sobald der genaue Veröffentlichungstermin feststeht. Schreiben Sie mir: info gabriele-albers de (die fehlenden Zeichen bitte ergänzen).